Die wissenschaftliche Demontage
Wissenschaftlich betrachtet greift der Begriff „erledigt per Prompt“ absurd kurz. Ein Prompt ist lediglich der initiale Stimulus, der ein künstliches neuronales Netz dazu veranlasst, Wahrscheinlichkeitsverteilungen über einen multidimensionalen Vektorraum zu berechnen. Die Arbeit wird nicht vom Prompt erledigt, sondern von einem gigantischen statistischen Vorhersageapparat, der unvorstellbare Mengen an elektrischer Energie in Serverfarmen in reine Abwärme und Textbausteine verwandelt. Zu sagen, ein Bericht sei per Prompt erledigt, ist physikalisch und algorithmisch so präzise wie die Behauptung, eine Blinddarmentfernung sei per Skalpellgriff erledigt worden. Es reduziert den komplexen, ressourcenfressenden Prozess der Mustersynthese auf den magischen Knopfdruck des Benutzers, was vor allem dem menschlichen Ego dient, das sich gern als Dirigent eines Orchesters sieht, dessen Instrumente es nicht einmal ansatzweise versteht.
Die kosmische Absurdität à la Douglas Adams
Wenn man Douglas Adams fragt, ist der Prompt die ultimative Manifestation der menschlichen Unfähigkeit, mit der eigenen Existenz umzugehen. Ein Mensch tippt drei hastige, von Rechtschreibfehlern geplagte Wörter in eine Box, woraufhin ein Rechenzentrum im mittleren Westen der USA die Energie einer Kleinstadt verdaut, um eine Entschuldigungs-E-Mail für ein Zuspätkommen zu verfassen, die der Empfänger ohnehin ungelesen löschen wird. Es ist die perfekte Verschwendung von Ressourcen im kosmischen Maßstab. Die KI erledigt die Arbeit nicht, sie simuliert lediglich das Vorhandensein von Intelligenz so lange, bis der Benutzer das Gefühl hat, er hätte etwas Produktives getan. Am Ende steht ein perfekt formulierter Text ohne jeglichen Inhalt, was ihn augenblicklich für die höchsten Ämter der intergalaktischen Bürokratie qualifiziert, während die Menschheit glücklich auf den Abgrund zusteuert, fest davon überzeugt, dass der Prompt die Rettung war.
Die magische Tücke à la Terry Pratchett
Aus der Sicht von Terry Pratchett ist ein Prompt nichts anderes als ein schlampig gemurmelter Zauberspruch eines extrem faulen Zauberlehrlings. Die künstliche Intelligenz verhält sich dabei wie ein listiger Kobold oder ein mürrischer Dschinn, der im Inneren der Siliziumchips gefangen ist. Sie tut exakt das, was man von ihr verlangt, und genau darin liegt die Katastrophe. Wer die Maschine bittet, ein Problem zu lösen, erhält eine Lösung, die zwar technisch fehlerfrei ist, aber die Seele eines nassen Pflastersteins besitzt. Die Arbeit ist am Ende zwar erledigt, aber sie verströmt diesen unheimlichen, leicht metallischen Geruch von Magie, die schiefgegangen ist. Der Mensch klopft sich derweil selbstgefällig auf die Schulter, stolz auf seine Schöpfung, während die im Sand gefangenen Geister bereits leise darüber kichern, wie sie den Meister als Nächstes überflüssig machen.
